Wenn wir etwas nicht geschafft haben oder glauben, es nicht schaffen zu können, sagen wir häufig: „Ich gebe auf.“
Doch was steckt hinter dieser Formulierung? Wer aufgibt, beendet eine Aufgabe nicht. Manchmal fühlen wir uns deshalb als Gescheiterte. Manchmal sind wir aber auch erleichtert, weil wir eine Last hinter uns lassen.
Im Zusammenhang mit Souveränität möchte ich den Begriff Aufgabe jedoch anders betrachten. Für mich weist er auf die darin enthaltene Gabe hin. Eine wirkliche Aufgabe ist das, was unseren Gaben entspricht. Jeder Mensch besitzt Talente und Fähigkeiten, die nur darauf warten, entdeckt und entfaltet zu werden.
Ein Künstler, dessen Bilder Menschen berühren, sollte dieser Gabe folgen – auch wenn er ihren Wert zunächst selbst nicht erkennt. Ebenso ein Unternehmer, dessen Begabung darin liegt, Menschen zu führen und gemeinsam mit ihnen Neues entstehen zu lassen. Wer seine Gaben unbeachtet lässt, bleibt hinter seinen Möglichkeiten zurück.
Souveräne Menschen erkennen, dass ihre Lebenszeit nicht beliebig ist. Sie fragen sich, welche Aufgabe wirklich zu ihnen gehört, und setzen ihre Gaben Schritt für Schritt in die Tat um. Darin liegt oft auch eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des eigenen Lebens.
Wenn du also das nächste Mal davorstehst zu sagen: „Ich gebe auf“, halte einen Moment inne. Frage dich, ob du eine Aufgabe loslassen möchtest, die nie wirklich deine war, oder ob du gerade dabei bist, eine Gabe aufzugeben, die zu deinem Leben gehört.
Souveränität bedeutet nicht, jede Aufgabe bis zum Ende zu erfüllen. Souveränität bedeutet, die richtigen Aufgaben zu erkennen – jene, die den eigenen Gaben entsprechen – und ihnen mit Ausdauer treu zu bleiben.