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Die innere Burg

Hast du eine innere Burg, einen Ort in deinem Innersten, in den niemand außer dir hineinkommt – oder nur dann, wenn er von dir eine ausdrückliche Erlaubnis erhält?

Diese innere Burg ist ein gedanklicher Ort, an dem alles sein darf. Jeder Gedanke, ob positiv oder negativ, kann hier seinen Platz finden. Hier können sich Fantasie und Kreativität voll entfalten. Hier können Erlebnisse verarbeitet, Zukunftsbilder entwickelt und die eigene Haltung überprüft werden. Entscheidend ist, dass außer dir niemand Zutritt hat.

Wie entsteht eine solche innere Burg?

Sie entsteht, weil wir sie brauchen, um unsere Werte zu bewahren. So wie Burgen früher große Schätze schützten, schützt unsere innere Burg das Wertvollste, was wir besitzen: unsere Werte. Aus ihnen entstehen unsere Gedanken, aus unseren Gedanken werden Worte, aus unseren Worten Taten – und aus unseren Taten formt sich schließlich unser Charakter.

Wenn unsere Werte schutzlos anderen ausgeliefert sind, besteht die große Gefahr, dass sie ihren Wert verlieren. Wir stellen sie selbst infrage und messen ihnen keine Bedeutung mehr bei. Dann verliert auch die innere Burg ihre Funktion und verfällt mit der Zeit, wie jedes Gemäuer, das nicht gepflegt wird.

Indem wir unsere innere Burg verteidigen, schützen wir unsere Werte. Wir stärken sie, und sie werden uns zu eigen, ohne dass wir dies bewusst fördern müssen.

Souveränität ist ebenfalls ein Wert, der den Schutz der inneren Burg benötigt. Wir werden immer wieder in Situationen kommen, in denen die Versuchung groß ist, unsere souveräne Haltung zu verlieren. Wir fallen in alte Rollen zurück und orientieren uns am Außen. Dann ist es wichtig, eine starke, gefestigte und auf sicherem Grund stehende Burg zu haben, die solchen Angriffen standhalten kann.

Diese innere Burg entsteht im Laufe unseres Lebens. Ihre Grundmauern werden bereits mit unserer Geburt gelegt, und es liegt an uns, sie Stein für Stein aufzubauen. Das tun wir, indem wir nach und nach unsere Werte und Überzeugungen entwickeln, die schließlich unser Verhalten prägen.

Durch Reflexion, Rückmeldungen und Feedback erfahren wir, ob unsere Burg einerseits Angriffen widerstehen kann, andererseits aber auch ihre Tore öffnet, wenn Wohlgemeintes, Mitfühlendes oder Freundliches um Einlass bittet.

Halte deine innere Burg stets im Blick, verteidige sie gegen Angriffe von außen und betrachte sie als den Rückzugsort, an dem du uneingeschränkt der Mensch sein kannst, der du bist.

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